Qualifikationen sind gefragt - aber sehr rar
202_202 // 3 min Lesezeit
SAP bekräftigt erneut ihren starken Fokus auf Künstliche Intelligenz: Um zusätzliche Mittel für den Ausbau dieser Technologie freizumachen, kürzt der Konzern Ausgaben an anderer Stelle. Im Blick haben die Walldorfer laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg unter anderem Ausgaben für Neueinstellungen und Dienstreisen. „Wir investieren verstärkt in KI-bezogene Kompetenzen, Talente und Technologien“ bestätigt der Konzern in einem Statement. Gleichzeitig gehen wir bei Neueinstellungen, externen Ausgaben und internen Reisen bewusster und gezielter vor“. Kundennahe Aktivitäten sowie wichtige KI-Initiativen würden weiterhin vollständig unterstützt.
SAP-Chef Christian Klein schwört das Unternehmen nun komplett auf Künstliche Intelligenz ein. Bei der Hausmesse Sapphire im Mai dieses Jahres hat SAP das Zielbild des autonomen Unternehmens vorgestellt, bei dem KI-gestützte Assistenten Hand in Hand mit menschlichen Mitarbeitern arbeiten. Im Endausbau sollen IT-Systeme Geschäftsabläufe völlig autonom ausführen.
KI-Projekte mit SAP-Produkten sind bislang noch selten
Bislang scheint diese Strategie bei den Unternehmen nur bedingt anzukommen. Laut dem diesjährigen Investitionsreport der SAP-Benutzervereinigung DSAG haben aktuell zwar über 40 Prozent der Unternehmen Use Cases mit Künstlicher Intelligenz aufgesetzt., aber lediglich 3 Prozent setzen dabei auf die Produkte aus Walldorf. 77 Prozent greifen hier lieber zu den Lösungen von Drittanbietern.
Einen Grund für das schlechte Abschneider der Lösungen aus Walldorf sieht DSAG-Chef Jens Hungershausen in der Komplexität „Für einen KI-Use Case im SAP-Umfeld gelten andere Anforderungen als für Lösungen, bei denen Large Language Modelle lediglich E-Mails zusammenfassen. Im Realitätscheck zeigt sich, dass der Einsatz Künstlicher Intelligenz in Business-Prozessen noch schwierig ist.“
Ins gleiche Horn stößt Markus Fischer, Senior Consultant für den Bereich Entwicklung beim SAP-Partner Gambit: „Die Annahme, dass sich KI-Initiativen ohne tiefgreifende Vorbereitung kurzfristig realisieren lassen, verkennt die essenzielle Bedeutung der Datenbasis sowie der kontrollieren Verfügbarkeit aller Informationen. Eine hohe Datenqualität ist zwingend erforderlich, um Machine-Learning-Modelle präzise zu trainieren. Darüber hinaus benötigen intelligente Agenten für den produktiven Einsatz einen gesicherten Zugriff auf Daten über autorisierte Schnittstellen.“
Datenqualität, Integration und Governance
SAP-Profis können aus diesen Warnungen mehrere Punkte ableiten: Künstliche Intelligenz ist ein Marathon und erfordert eine gründliche Vorbereitung- Das Fundament für diese Reise sind gut gepflegte Daten, eng integrierte IT-Systeme und eine stringente Governance bei den Zugriffsrechten. All das einzurichten, dauert seine Zeit.
Auch wenn viele Unternehmen beim Einsatz Künstlicher Intelligenz noch zögern, dürfte sich mittelfristig kaum ein Betrieb den Verzicht auf diese Form der Automatisierung leisten können. Der Markt für SAP-Profis wird angesichts der dafür nötigen Qualifikationen noch enger als bisher. Der Personalbedarf steigt, aber auf dem Arbeitsmarkt sind erfahrene Fachkräfte kaum zu bekommen. Wechselwillige SAP-Profis mit KI-Erfahrung sind daher in einer traumhaften Position. Sie können sich den künftigen Arbeitgeber aussuchen, der am besten zu ihnen passt.
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Fachkräftemangel SAP-Arbeitsmarkt S/4HANA
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